7 aktuelle Optimierungstipps für Facebook Ads: eine Checkliste für Werbetreibende

Florian LitterstFacebook Werbung4 Kommentare

Die Optimierung von Facebook-Kampagnen ist ein bisschen wie kochen: In beiden Fällen gibt es viele Wege und Zutaten, um schlussendlich ein gutes Ergebnis zu erhalten.

Doch es gibt immer auch ein paar Zutaten, die einfach besser passen als andere und ein paar von denen du lieber die Finger lassen solltest.

Im folgenden Artikel möchte ich dir sieben aktuelle Optimierungstipps bzw. Zutaten vorstellen, mit denen du deine Facebook Ads garnieren kannst, sodass du schlussendlich ein besseres Ergebnis erhältst.

Eine Checkliste für dich als Werbetreibenden.

1. Report like a Pro: die wichtigen KPIs immer auf dem Schirm haben

Bevor wir in den Werbeanzeigenmanager wechseln, bleiben wir noch mal kurz bei dem Vergleich mit der Küche: Was braucht ein Koch, um richtig kochen zu können?

Genau, das passende Werkzeug.

Übertragen auf den Werbeanzeigenmanager bedeutet das für dich: Du brauchst einen Überblick über die wichtigsten Kennzahlen deiner Kampagnen. Denn nur, wenn du die wichtigsten Metriken auf dem Schirm hast, kannst du deine Kampagnen auch sinnvoll optimieren.

Ich bewerte die Kampagnen-Ergebnisse meiner Kunden i. d. R. anhand der Kennzahlen Cost per Action (was häufig der “Kosten pro Website-Kauf” oder “Kosten pro Website-Lead” ist), dem ROAS für Website-Käufe, den Klickraten (für alle Klicks, Link-Klicks und ausgehende Klicks) in Verbindung mit dem zugehörigen CPC, der Relevanzbewertung, den Kosten pro Landing-Page-Aufrufe und einigen weiteren Metriken.

Der Werbeanzeigenmanager zeigt dir standardmäßig eine Auswahl von Kennzahlen bzw. Metriken für deine Kampagnen, Anzeigengruppen und Werbeanzeigen an. Die Standard-Ansicht (“Spalten: Leistung”) des Werbeanzeigenmanagers beinhaltet unter anderem folgende Kennzahlen: Auslieferung, Ergebnisse (welche abhängig von deinem Kampagnenziel variieren, z. B. Käufe, Video-Aufrufe etc.), Reichweite, Impressionen, Kosten pro Ergebnis usw.

Diese Standard-Ansicht gibt dir zwar einen schnellen Überblick über die wichtigsten Metriken, es ist allerdings ratsam, ein individuelles Reporting-Dashboard bzw. eine individuelle Spaltenansicht zu erstellen, die die für dich wichtigsten Kennzahlen beinhaltet.

Um die Spalten anzupassen, klickst du im Werbeanzeigenmanager auf “Spalten: Leistung”, “Spalten anpassen” und kannst dann aus über 150 Metriken auswählen, die Facebook bietet.

Anschließend kannst du über das Suchfeld nach den für dich relevanten Metriken suchen und auf der rechten Seite die Reihenfolge der Spalten individualisieren (durch Drag & Drop).

Nachdem du alle relevanten Kennzahlen ausgewählt hast, klickst du auf “Übernehmen” und kannst diese Ansicht abspeichern (und sogar als Standard-Ansicht festlegen).

Das war einfach, oder?

Nun hast du direkt im Maschinenraum des Werbeanzeigenmanagers alle für dich wichtigen Kennzahlen auf dem Schirm und kannst sehen, was funktioniert und welche Kampagnen deine Aufmerksamkeit benötigen.

#11 HANDS-ON-VIDEO-GUIDE: Wenn du mehrere Werbekonten betreust, kannst du deine individuelle Spaltenansicht ohne viel Aufwand in alle Konten übertragen. Wie das funktioniert, erfährst du in meinem HANDS-ON VIDEO-GUIDE.

Spalten-Ansicht im Facebook Werbeanzeigenmanager in neues Konto kopieren [#11 HANDS-ON VIDEO GUIDE]

Doch für einen noch besseren Überblick, eine tiefergehende Analyse oder für den Chef ist es manchmal auch nötig, die Daten in Excel zu exportieren.

Klicke dazu im Werbeanzeigenmanager auf “Berichte” und dann auf “Tabellendaten exportieren…”.

Anschließend kannst du das gewünschte Format auswählen und die Daten exportieren lassen. Manchmal dauert das – je nach Zeitfenster und Laune von Facebook – etwas länger.

Dieser manuelle Export mehrerer Facebook-Konten bzw. Reports in eine Excel-Tabelle nimmt allerdings viel Zeit in Anspruch.

Eine zeitsparendere Möglichkeit bietet Facebook für Nutzer von Excel 2016.

Um den Reporting-Prozess zu beschleunigen, hat Facebook ein Add-In für Excel 2016 entwickelt, das den Datenexport und die Erstellung von Kampagnenberichten vereinfacht. Mit dem kostenlosen Facebook Ads Manager for Excel können die Daten bequem und zeitsparend direkt in eine Tabelle importiert werden. Über diesen Link kannst du den Werbeanzeigenmanager für Excel installieren.

Wie im Werbeanzeigenmanager kannst du dir mit dem Add-In direkt innerhalb von Excel eine individuelle Ansicht als “Report Template anlegen” und abspeichern.

Pro-Tipp: Mit Hilfe des Facebook Ads Manager Excel Add-Ins kannst du dir auch einen “High-Level”-Report auf Ad-Account-Ebene erstellen und erhältst so die Ergebnisse von mehreren Werbekonten direkt in einer Übersicht. Du willst die Ausgaben und Umsätze aller betreuter Konten bzw. Kunden im Blick haben? Here we go!

Du hast noch immer nicht genug von Kennzahlen?

Wenn du noch tiefer in die Zahlen eintauchen oder automatisierte Berichte per E-Mail erhalten möchtest, dann lege ich dir die Werbeanzeigenberichte ans Herz.

Ein El Dorado für Zahlenfreaks!

Zu den Werbeanzeigenberichten kommst du direkt aus dem Werbeanzeigenmanager heraus, indem du auf “Berichte” und dann “Benutzerdefinierten Bericht erstellen…” klickst…

…oder du navigierst dich über das Top-Menü des Werbeanzeigenmanagers zu den Berichten.

Dort kannst du dann wieder einen individuellen Bericht mit den für dich wichtigen Kennzahlen erstellen oder aus einer Vorlage auswählen.

Der Aufbau und die Bedienung der Werbeanzeigenberichte ist ziemlich selbsterklärend, vieles funktioniert via Drag & Drop. Die wichtigsten Punkte sind im folgenden Screenshot markiert.

  1. Auf der linken Seite verwaltest du die Metriken und Aufschlüsselung der Kennzahlen. So kannst du z. B. festlegen, dass du das Level “Kampagnen” anhand von Monaten aufgeschlüsselt haben möchtest.
  2. Im oberen Bereich kannst du durch Filter und Zeiträume die gewünschten Zahlen heraussortieren lassen.
  3. Die Aufschlüsselung der Ergebnisse erfolgt im linken Bereich deines Berichts.
  4. Im rechten Bereich bekommst du dann die entsprechenden Metriken ausgewiesen. Die Spalten kannst du auch bei Bedarf mit Drag & Drop anpassen.

Wenn du mit deinem Bericht fertig bist, solltest du ihn über den Button “Speichern” sichern. Anschließend kannst du ihn über den Punkt “Export” auch hier wieder exportieren.

Tipp: Wenn du mit der Maus über den Namen deines Berichts hoverst (oben links) erscheint ein kleines Stift-Symbol.

Nach einem Klick auf das Symbol erscheint die Möglichkeit, die Berichte automatisiert per E-Mail zusenden zu lassen.

Du hast alle wichtigen KPIs auf dem Schirm? Dann kann es ja weitergehen zur zweiten Zutat.

2. Bye Bye Clicky User: Optimiere Traffic-Kampagnen auf Landing-Page-Aufrufe oder Custom Conversions

Du möchtest mit deinen Kampagnen mehr Besucher für deine Website oder für deinen Blog generieren und nutzt dazu das Kampagnenziel “Traffic”? In der Vergangenheit hast du dazu die Auslieferung deiner Anzeigen für “Link-Klicks” vorgenommen?

Dann wird es Zeit, dass du die Optimierung für Landing-Page-Aufrufe testest.

Facebook bewirbt die Vorteile dieser Auslieferungsoptimierung auch prominent im Creation Flow des Werbeanzeigenmanagers: “Wenn du für Landing-Page-Aufrufe optimierst, werden Personen gesucht, die wahrscheinlich deine Werbeanzeige anklicken und warten, bis deine Landing Page geladen wurde.”

Bedeutet für dich: Mit der Optimierung für Landing-Page-Aufrufe erhältst du aller Wahrscheinlichkeit nach den qualitativ hochwertigeren Traffic.  

Voraussetzung für der Einsatz dieser Auslieferungsoptimierung ist, dass du den Facebook Pixel auf deiner Website implementiert hast.

Eine alternative Herangehensweise ist es, mit dem Kampagnenziel “Conversions” zu arbeiten und eine entsprechende benutzerdefinierte Conversion einzurichten, die den Aufruf deiner Website (oder bestimmter Kampagnen-Landing-Pages) erfasst.

Richte dazu im Events Manager des Werbeanzeigenmanagers eine Custom Conversion ein, die den Aufruf deiner Website oder gewünschten Kampagnen-Landing-Page erfasst.

Anschließend kannst du dann über das Kampagnenziel “Conversions” die Auslieferung für diese Custom Conversion optimieren und erhältst so aller Wahrscheinlichkeit nach den qualitativ “besseren” Traffic.

3. Kein täglicher Stress bei der Budgetverwaltung: Nutze die automatische Budget-Optimierung

Für viele Werbetreibende ist es das erste To-do des Tages, wenn sie den Werbeanzeigenmanager öffnen.

Die Ergebnisse der Kampagnen bzw. Anzeigengruppen werden überprüft und abhängig von der Performance wird das Budget in manchen Anzeigengruppen erhöht und in anderen gesenkt.

Schließlich soll das Budget ja so effektiv wie möglich zwischen den Anzeigengruppen einer Kampagne verteilt werden, oder?

Mit Hilfe der automatischen Budget-Optimierung auf Kampagnen-Ebene (der sog. “Campaign Budget Optimization”) lässt sich diese Aufgabe seit einiger Zeit automatisieren. Campaign Budget Optimization ist zwar keine brandneue Funktion (in diesem Artikel aus Dezember habe ich diese Funktion zum ersten Mal beleuchtet), hat seither aber ein entscheidendes Update erhalten.

Denn seit einigen Wochen kann CBO auch für Kampagnen genutzt werden, bei welchen das Budget ursprünglich auf Anzeigengruppen-Ebene festgelegt wurde.

Außerdem ist es möglich, die automatische Budget-Optimierung zu stoppen, um das Budget wieder  – ganz herkömmlich – auf Anzeigengruppen-Ebene zu verwalten. Dann allerdings entsprechend manuell.

Du kannst diese Funktion jetzt also an- und ausschalten.

Die Möglichkeit, diese Funktion an- und wieder ausschalten zu können (ohne eine neue Kampagne erstellen zu müssen), bringt deutlich mehr Flexibilität für uns Werbetreibende.

Um Campaign Budget Optimization nachträglich bei einer Kampagne zu aktivieren, wählst du im Werbeanzeigenmanager auf Kampagnen-Ebene die entsprechende Kampagne aus, klickst auf “Bearbeiten” und hast dann die Möglichkeit, dieses Feature zu aktivieren…

…allerdings kannst du CBO nur dann aktivieren, wenn deine Kampagne folgende Kriterien erfüllt:

  • Alle Anzeigengruppen verwenden die gleiche Budgetart (Laufzeitbudget oder Tagesbudget),
  • es sind weniger als 70 Anzeigengruppen in deiner Kampagne enthalten,
  • alle Anzeigengruppen wurden veröffentlicht,
  • alle Anzeigengruppen verwenden die gleiche Gebotsstrategie (niedrigste Kosten, niedrigste Kosten mit Maximalgebot oder Zielkosten),
  • alle Anzeigengruppen verwenden das gleiche Optimierungsziel für Anzeigenauslieferung, wenn die Gebotsstrategie „Niedrigste Kosten“ ausgewählt wurde,
  • alle Anzeigengruppen verwenden die Standard-Auslieferungsart (d. h. nicht die beschleunigte Auslieferung),
  • alle Anzeigengruppen wurden so geplant, dass die Anzeigen die ganze Zeit aktiv sind und kein Werbezeitplan im Einsatz ist.

Falls du mit der Arbeit der automatischen Budget-Optimierung nicht zufrieden sein solltest und lieber wieder manuell optimieren willst, kannst du sie an derselben Stelle wieder deaktivieren.

Dazu müssen allerdings vorab die ggfs. festgelegten Ausgabelimits der Anzeigengruppen entfernt werden.

Mein persönliches, nicht repräsentatives Zwischenfazit zu CBO: Die Ergebnisse meiner ersten Tests Ende letzten Jahres waren vielversprechend und die Funktion hat gehalten, was sie verspricht. In den letzten Wochen bzw. Monaten war ich von der Arbeit der automatischen Budget-Optimierung hingegen weniger überzeugt. Hier muss und sollte allerdings jede(r) eigene Erfahrungen sammeln, was nun dank des Updates ohne Hindernisse möglich ist.

4. Test like a Pro: Teste neue Anzeigenideen mit Hilfe der dynamischen Anzeigengestaltung (Dynamic Creatives)

Eine zweite, auch nicht mehr ganz neue Funktion ist die dynamische Anzeigengestaltung mit Dynamic Creatives.

Mit Hilfe der dynamischen Anzeigengestaltung bzw. Dynamic Creatives kannst du seit Ende letzten Jahres verschiedene Anzeigenvariationen testen und herausfinden, welche Variante für dich die besten Ergebnisse liefert.

Bei Dynamic Creatives können verschiedene Versionen von Texten, Bildern bzw. Videos, Überschriften, CTA-Buttons oder Link-Beschreibungen “innerhalb” einer Anzeige hochgeladen werden, sodass schlussendlich verschiedene Varianten getestet werden können.

In der Aussteuerung der Anzeige(n) kombiniert Facebook anschließend alle Elemente miteinander (z. B. Text 1 mit Bild 2) und ermittelt die erfolgreichste Kombination.

Die dynamische Anzeigengestaltung steht aktuell im Quick Creation Flow des Werbeanzeigenmanagers zur Verfügung und kann für folgende Anzeigenformate eingesetzt werden:

  • Link Ads mit einem Bild
  • Carousel Ads mit mehreren Bildern
  • Video Link Ads mit einem Video

Wie eingangs erwähnt, sind Dynamic Creatives keine komplett neue Funktion, haben allerdings in der letzten Zeit – wie Campaign Budget Optimization auch – ein hilfreiches Update bekommen, welches die Auswertung der Creatives enorm verbessert.

Bisher konnte mit Hilfe der Aufschlüsselungsfunktion des Werbeanzeigenmanagers für dynamische Werbeelemente immer nur ein Element deines Creative Sets analysiert werden.  Auf diese Weise konnte zwar das erfolgreichste Bild oder der erfolgreichste Text ermittelt werden, welches allerdings die beste Kombination aus den verschiedenen Elementen ist, war nicht ersichtlich.

Und an dieser Stelle hat Facebook nun nachgebessert. Neben der Aufschlüsselung der einzelnen Elemente, kannst du dir jetzt auch die erfolgreichste Kombination anzeigen lassen.

Anschließend zeigt dir Facebook die erfolgreichste Anzeigenkombination, welche die günstigsten Ergebnisse entsprechend deines Kampagnenziels (z. B. Conversions, Landing-Page-Aufrufe etc.) geliefert hat.

So erhältst du wichtige Insights, die du bei deiner Gestaltung zukünftiger Werbeanzeigen berücksichtigen kannst.

5. Erkenne, ob deine Zielgruppen “abgenutzt” sind (und teste neue Möglichkeiten)

Du startest eine neue Kampagne mit neuen Anzeigengruppen und Werbeanzeigen. Alles läuft wunderbar, die Ergebnisse sind genau so, wie du sie dir wünschst.

Doch irgendwann lässt die Performance deiner Kampagne nach. Die CTR sinkt, der CPC steigt und dein CPA direkt mit – eine gefährliche Kombination.

Eine mögliche Ursache dafür kann sein, dass du deine Zielgruppen “abgenutzt” hast. Oder anders ausgedrückt: Deine Zielgruppe ist gesättigt.

Mit Hilfe der Auslieferungs-Insights von Facebook kannst du genau das analysieren. Dort gibt es eine Kennzahl, welche du in einem solchen Fall genauer betrachten solltest: der Anteil der erstmaligen Impressionen.

Wenn du eine neue Kampagne bzw. Anzeigengruppe startest, liegt der Anteil der erstmaligen Impressionen bzw. die sogenannte “First Time Impression Ratio” bei 100 %. Je länger deine Kampagne läuft bzw. je mehr Budget du ausgibst, desto weiter sinkt diese Zahl.

Und je niedriger der Anteil der erstmaligen Impressionen wiederum ist, desto weniger neue Personen erreichst du mit deinen Anzeigen – eine mögliche Ursache dafür, wieso die Performance deiner Kampagne bzw. Anzeigengruppe nachlässt.

Das Dashboard der Auslieferungs-Insights erreichst du auf der Anzeigengruppen-Ebene, indem du mit deiner Maus über den Auslieferungsstatus hoverst. Wichtig: Diese Insights stehen erst zur Verfügung, wenn deine Anzeigengruppe mindestens fünf Tage in Folge aktiv war und mindestens 500 Impressions erhalten hat.

Nach einem Klick auf “Auslieferungs-Insights ansehen”, landest du innerhalb des dazugehörigen Dashboards. Dort findest du eine Menge an Statistiken, Zahlen und Informationen.

Besonders interessant wird es, wenn du dir die Spalte der erstmaligen Impressions anschaust.

Nimmt neben der Performance deiner Kampagne auch der Anteil der erstmaligen Impressions ab, solltest du dir Gedanken über neue Zielgruppen (wie wäre es z. B. mal mit weiteren Lookalike Audiences?) oder Werbeanzeigen machen.

Auch eine Idee: Teste ein “Open Targeting” (eine Zielgruppendefinition nur anhand von groben demografischen Merkmalen) mit einer Auslieferungsoptimierung auf “Wert” und einem Mindest-ROAS als Zielwert.

Eine E-Commerce-Strategie, welche meiner Erfahrung nach aktuell gute Ergebnisse liefert.

6. Nutze die Insights aus Facebook Analytics für deine Optimierung

Ein Tool, welches du als Werbetreibender unbedingt auf dem Schirm haben solltest, ist Facebook Analytics. Mit Facebook Analytics kannst du in erster Linie – wie der Name schon verrät – Dinge analysieren.

So erhältst du dank Facebook Analytics ein besseres Verständnis für deinen Sales Funnel, kannst deine Umsätze überwachen, den Lifetime Value ermitteln und tiefergehende Insights über deine Kunden erhalten. Wie du Facebook Analytics einrichtest und was die grundlegenden Funktionen sind, habe ich in diesem Artikel beschrieben.

Für viele Werbetreibende ist Facebook Analytics ein spannendes Spielzeug, das viele bunte Grafiken und Insights ausspuckt. Das ist nett und beeindruckt den Chef, aber wie lassen sich aus diesen Analysen konkrete Handlungen ableiten? Welchen Nutzen kannst du für deine tägliche Arbeit mit dem Werbeanzeigenmanager daraus ziehen?

Zwei Ideen, wie du aufgrund der Insights aus Facebook Analytics deine Facebook-Kampagnen optimieren kannst, habe ich hier für dich. Let me introduce to you: Funnel und Lifetime Value.

Analysiere und optimiere deinen Funnel

Mit Hilfe der Funnel-Funktion in Facebook Analytics kannst du den Sales Funnel (bspw. in deinem Shop) visualisieren und Informationen über Conversionrates und Ausführungszeiten erhalten.

Ein klassischer E-Commerce Funnel besteht dabei aus den folgenden Schritten: Seitenaufrufe (PageView) -> Aufruf einer Produktdetailseite (ViewContent) -> In den Einkaufswagen hinzufügen (AddToCart) -> Kauf (Purchase).

Ein Funnel visualisiert, wie sich der Traffic auf deiner Website bzw. in deinem Shop verhält bzw. an welcher Stelle die User den Kaufprozess abbrechen.

Auf diese Weise erkennst du, wie viele Besucher sich eine Produktdetailseite angesehen haben und wie viele davon etwas in den Warenkorb gelegt und schlussendlich gekauft haben.

Das Ziel ist es, die Conversionrate des Funnels bzw. der einzelnen Funnel-Stufen zu erhöhen. Neben allen Möglichkeiten, die Conversionrate durch Optimierung des Bestellprozesses auf der Webseite bzw. im Shop zu steigern (Ladezeiten verbessern, Checkout-Prozess optimieren, weitere Zahlungsmethoden anbieten usw.) kannst du folgende Möglichkeiten für deine Facebook-Kampagnen in Betracht ziehen:

  1. Starte eine Dynamic-Ad-Remarketing-Kampagne über das Kampagnenziel “Katalogverkäufe”, um die Besucher erneut anzusprechen, nachdem sie sich ein Produkt auf einer Detailseite (ViewContent) angesehen, aber nicht zum Warenkorb hinzugefügt haben und sprich sie sieben Tage lang erneut an.
  2. Erstelle eine Dynamic-Ad-Remarketing-Kampagne und sprich alle User erneut an, wenn sie Produkte in den Warenkorb gelegt, aber nicht gekauft haben.
  3. Starte eine Conversion-Kampagne und sprich mit Hilfe einer Website Custom Audience alle Besucher der letzten 14 Tage an, die den Shop besucht haben, aber auf keiner Produktdetailseite waren.
  4. Starte eine Conversion-Kampagne und sprich alle User mit einem Angebot bzw. Gutschein-Code an, die Produkte in den Warenkorb gelegt, aber nicht gekauft haben.
  5. Nutze die Möglichkeiten einer Dynamic-Lead-Ad-Kampagne, um die User nicht direkt zu einem Kauf, sondern zur Abgabe ihrer Kontaktdaten anzuregen.
  6. Stell dich und deine Produkte innerhalb einer Canvas oder Collection Ad vor, um weitere Informationen zu liefern.
  7. Auch der Einsatz von Messenger Ads kann eine sinnvolle Strategie sein, um herauszufinden, was die User davon abhält, etwas zu kaufen (“Wie können wir dir helfen?”).

Das sind natürlich nur einige Beispiele und Ideen, wie du durch den Einsatz von Facebook-Kampagnen die Conversionrate deines Funnels verbessern kannst. Deiner Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

Überwache und steigere den Lifetime Value deiner Kunden

Eine zweite Funktion von Facebook Analytics, die du als Werbetreibender im Blick haben solltest, ist der Laufzeitwert bzw. der Lifetime Value deiner Kunden.

Durch eine Analyse des Laufzeitwerts der “zahlenden Nutzer” kannst du erkennen, wie der “Wert” deiner Kunden im Laufe der Zeit durch Folgekäufe – hoffentlich – steigt.

Neben dem Ziel neue Kunden durch Facebook Ads so günstig bzw. wirtschaftlich wie möglich zu akquirieren, sollte dein zweites Ziel die Steigerung des Lifetime Values sein.

Eine Zielgruppe, welche viele Werbetreibende dabei nicht auf dem Schirm haben? Personen, die bereits etwas gekauft haben.

Einige Ideen, wie du durch den Einsatz von Werbekampagnen den Laufzeitwert deiner Kunden steigern kannst:

  1. Starte über das Kampagnenziel “Katalogverkäufe” eine Cross-Selling-Kampagne an Personen, die in den letzten Tagen etwas bei dir gekauft haben und bewirb die Top-Seller-Produkte deines Sortiments.
  2. Starte eine “Interaktions”-Kampagne und sprich die Käufer der letzten Tage mit einer inspirierenden (nicht werblichen) Anzeige erneut an. Bedanke dich indirekt, dass sie deine Kunden sind.
  3. Erstelle eine Video Ad, welche dich bzw. dein Unternehmen vorstellt und bewirb dieses Video an bisherige Käufer.
  4. Lege einen speziellen Gutschein-Code für Käufer an und sprich sie über das Kampagnenziel “Reichweite” mit diesem Code an (achte darauf, dass die Frequenz nicht zu stark ansteigt).

Weitere Ideen für eine Funnel-Struktur, findest du in diesem Artikel.

7. Erstelle einen Split-Test und stelle deine Strategien auf den Prüfstand

Wenn wir über die Optimierung von Kampagnen sprechen, dann darf eine Funktion natürlich nicht fehlen: Split-Tests. Mit Hilfe von Split-Tests kannst du deine Thesen oder Strategien auf den Prüfstand stellen – im dynamischen Umfeld des Facebook-Kosmos eine sinnvolle Sache.

Wenn du die Split-Test-Funktion von Facebook aktivierst, wird deine Zielgruppe in zufällig ausgewählte, sich nicht überschneidende Gruppen aufgeteilt.

Einen solchen Split-Test kannst du direkt bei der Erstellung einer neuen Kampagne starten…

…oder neuerdings direkt beim Duplizieren von Anzeigengruppen einer bestehenden Kampagne im Werbeanzeigenmanager aktivieren.

Dadurch, dass für einen Test keine neuen Kampagnen mehr erstellt werden müssen, kannst du diese Funktion deutlich flexibler einsetzen.

Folgende Elemente bzw. Variablen lassen sich mit einem Split-Test überprüfen:

  • Welche Anzeige (z. B. welches Anzeigenbild, welche Überschrift usw.) funktioniert für mich am besten?
  • Welche Auslieferungsoptimierung bringt mir die besten Ergebnisse (z. B. für Landing-Page-Aufrufe oder für Conversions)?
  • Welche Zielgruppe funktioniert am besten?
  • Welche Platzierungsstrategie ist die effizienteste (z. B. Facebook vs. Instagram)?

Mögliche Ideen für Split-Tests wären:

  1. Überprüfe, ob ein automatisches Gebot (“niedrigste Kosten”) oder ein manuelles Gebot (“niedrigste Kosten mit Maximalgebot”) die besseren Ergebnisse bringt.
  2. Nutze einen Split-Test, um die Effizienz des Audience Networks zu überprüfen (Facebook mit Audience Network vs. Facebook als Platzierungen).
  3. Ermittle mit einem Test der Auslieferungsoptimierung, welches Conversion-Fenster die besten Ergebnisse liefert: sieben Tage nach dem Klicken / ein Tag nach dem Sehen vs. ein Tag nach dem Klicken.

Fazit

Ich gebe es zu: mit der Werbeplattform Facebook Schritt zu halten ist nicht leicht. Schließlich schafft es die Plattform häufig selbst nicht, mit ihren eigenen Entwicklungen Schritt zu halten – aber das ist eine andere Geschichte.

Wichtig ist, dass du deine eigenen Ansätze und Strategien regelmäßig auf den Prüfstand stellst und neue Ansätze testest, um die besten Ergebnisse zu erhalten. Denn in diesem dynamischen Umfeld gibt es immer wieder neue Zutaten, mit welchen du deine Kampagnen garnieren kannst.

Mit dieser Checkliste hast du jetzt einige Möglichkeiten kennengelernt, wie du deine Werbeaktivitäten bei Facebook optimieren kannst.

Welche weiteren Optimierungstipps kennst du noch? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen.

Wer schreibt das hier?

Florian Litterst

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Florian ist fasziniert von Social Media Advertising. Mit seinen Tutorials, Strategien & Tipps hilft er Werbetreibenden dabei, mehr aus ihren Kampagnen bei Facebook & Co. herauszuholen. Er ist außerdem bei der Digitalagentur Burda Direct interactive GmbH beschäftigt.

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4 Comments on “7 aktuelle Optimierungstipps für Facebook Ads: eine Checkliste für Werbetreibende”

  1. Klasse Artikel, wird gerne weiter empfohlen! Was allerdings irgendwie nicht klar ist: Man kann ja schon länger A/B Split Testing machen. Wo ist der Unterschied zu Dynamic Creatives? ‚Nur‘, dass man bei Dynamic Creatives mehrere Kombinationen testen kann im Gegensatz zum A/B Split Test? Danke 🙂

  2. Vielen Dank, die beiden Artikel sind auch super (bei Dynamic Creatives werden inzwischen übrigens mehr Ziele unterstützt, was natürlich klasse ist)! Da könnte man insgesamt (Split Test vs Dynamic Creatives) mal eine kleine Tabelle machen zum Vergleich 😉 Z.B. Dynamic Creatives nur für verschiedenene Anzeigencreatives, dafür aber testet FB die Kombinationen automatisch durch und liefert wohl die ‚beste‘ Kombi automatisch aus (interessant wäre hier zu testen/zu wissen, wie hoch man das Budget ansetzen soll, so dass es Sinn macht). Bei Split Tests hingegen, gibt man fix verschiedene Creatives und bis man einen Gewinner hat (und es werden natürgemäß nicht die vielen Kombis durchgetestet), mit dem man dann selbst arbeitet. Und es können noch ganz andere Variablen getestet im Gegensatz zu Dynamic Creatives (Zielgruppe, Placement etc). .. Hoffentlich habe ich es halbwegs richtig zusammen gefasst 😉

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