Facebook Ads vs. Google Analytics: Was du über Conversion-Tracking und Attributionsmodelle wissen musst

Florian LitterstFacebook Werbung8 Kommentare


So gut wie jeder Werbetreibende kennt es und wundert sich darüber: Das Problem mit den unterschiedlichen Zahlen aus dem Facebook Ads Reporting im Vergleich zu den Zahlen aus einem Third Party Analyse-Tool, welches in den meisten Fällen wohl Google Analytics ist.

Viele Werbetreibende fühlen sich in einer solchen Situation von Facebook betrogen.

Denn schließlich sind die Abweichungen häufig signifikant.

Auf der einen Seite das Facebook Ads Reporting, das einen wunderbaren ROI aufweist und auf der anderen Seite Google Analytics, wo Facebook gegenüber anderen Channels oft deutlich schlechter wegkommt.

Doch wieso ist es so, dass Google Analytics meist deutlich schlechtere Zahlen ausweist (z. B. weniger Klicks oder Conversions) als das Facebook Reporting?

Wieso reported Facebook mehr Klicks als Google Analytics?

Soviel sei vorab verraten: Dafür gibt es zahlreiche Gründe.  

In diesem Artikel erfährst du alles, was du über Conversion-Tracking, Attributionsmodelle und die unterschiedlichen Messmethoden von Facebook und Google Analytics wissen musst.

Unterschiedliche Tracking-Technologien sorgen für unterschiedliche Zahlen in den Reportings

Tracking-Tools, wie z. B. Google Analytics, nutzen für die Messung der Zahlen ein so genanntes Client-Side-Tracking, wofür ein spezieller Code auf der jeweiligen Website eingebaut werden muss.

Damit ein Seitenaufruf korrekt gemessen werden kann, muss ein Nutzer innerhalb seines Browsers Cookies, JavaScript und/oder Bilder aktiviert haben. Sollte das nicht der Fall sein, kann es dazu kommen, dass Google Analytics diesen User nicht tracken kann.

Wieso Facebook oft mehr Link-Klicks misst

Auf der anderen Seite misst Facebook nicht den Aufruf einer Website, sondern den Klick auf einen Link, wodurch es zu unterschiedlichen Zahlen in den Reportings kommt.

Noch dazu kommt, dass gerade in unserer Mobile-Welt zwischen dem Klick auf eine Anzeige und dem Besuch auf einer Website oft viel Zeit vergeht. Je nach Internetverbindung des Nutzers und Ladegeschwindigkeit der Seite sogar sehr viel Zeit.

Insbesondere lange Ladezeiten sind ein Grund dafür, dass ein Nutzer den Seitenaufruf abbricht und zu Facebook zurückkehrt, noch bevor die Website (inkl. des Google Analytics Codes) geladen wurde. Und das wiederum hat zur Folge, dass zwar Facebook einen Link-Klick misst, im Reporting von Google Analytics allerdings kein neuer Seitenbesuch getrackt wird.

Ein weiterer Grund für abweichende Zahlen ist, dass es bei Klicks auf Anzeigen innerhalb einer Mobile App (wie der Facebook App) vorkommen kann, dass die Quelle (also Facebook) nicht als Referrer getrackt wird und bei Google Analytics nicht erfasst wird.

Auch nicht gerade hilfreich.

Facebook Ads vs. Google Analytics: Das kannst du gegen abweichende Klickzahlen tun

Die gute Nachricht: Du kannst etwas tun, damit sich die Zahlen der beiden Tools stärker angleichen.

1. Nutze Google Analytics Trackingparameter

Für eine korrekte Messung des Traffics innerhalb von Google Analytics ist es möglich, so genannte “UTM-Parameter” an die URLs anzuhängen. Bei der Erstellung dieser UTM-Parameter hilft dir der Campaign URL Builder von Google. Eine URL mit UTM-Parametern von Google Analytics sieht bspw. so aus: adsventure.de?utm_source=facebook&utm_medium=linkad&utm_campaign=herbst2017.

Die erstellten UTM-Parameter kannst du innerhalb des Werbeanzeigenmanagers auf der Anzeigenebene unter dem Punkt “URL-Parameter” ganz einfach an die Links deiner Anzeigen dranhängen.

2. Erhöhe die Priorität des Google Analytics Tags

Solltest du mit dem Google Tag Manager arbeiten, kannst du die Auslösung des Google Analytics Codes bzw. Tags priorisieren. Das bedeutet, dass dieser Code auf deiner Seite zuerst geladen wird (quasi bevor die restlichen Inhalte laden) und er so mehr Nutzer tracken kann, als wenn er bspw. erst zum Schluss geladen wird.

3. Betrachte die richtigen Kennzahlen & Zeiträume

Innerhalb des Reportings deines Facebook Werbeanzeigenmanagers kannst du dir verschiedene Klick-Kennzahlen ausgeben lassen: Klicks (alle), Link Klicks und ausgehende Klicks.

Während die Kennzahl “Klicks (alle)” alle Arten von Klicks auf deine Anzeigen zählt (Klicks auf die Facebook Page, Beitragsreaktionen, Kommentare usw.) handelt es sich bei “Link Klicks” um die Anzahl von Link-Klicks, die auf Zielseiten auf oder außerhalb von Facebook führen. Ein Link-Klick kann also auch Ziele innerhalb von Facebook beinhalten, wie bspw. in ein Canvas oder eine Collection Ad.

Bei einem Vergleich der Zahlen aus dem Facebook Reporting und Google Analytics solltest du dir immer die „ausgehenden Klicks” ansehen. Denn die „ausgehenden Klicks“ zeigen tatsächlich nur die Klicks an, die zu einem Ziel bzw. einer Website außerhalb von Facebook führen. 

Damit du diese drei Kennzahlen innerhalb des Werbeanzeigenmanagers bei Facebook ausgespuckt bekommst, musst du dir lediglich die Spalten-Ansicht anpassen.

Hier suchst du nach den Kennzahlen “Klicks (alle)”, “Link Klicks” und “Ausgehende Klicks”.

Und kannst dann die Ergebnisse der verschiedenen Kennzahlen analysieren.

Insbesondere beim Einsatz von Canvas oder Collection Ads, solltest du ein Augenmerk auf die ausgehenden Klicks haben, da es hier wahrscheinlich große Unterschiede zwischen Link-Klicks (Klick in das Canvas oder die Collection) und ausgehenden Klicks (Klick auf die tatsächlich hinterlegte Website) gibt.

Achte außerdem immer darauf, dass du dieselben Zeiträume bei Facebook und auch bei Google Analytics ausgewählt hast.

Klingt logisch, passiert aber häufig und ist eine gängige Fehlerquelle.

Soviel zu den unterschiedlichen Messmethoden und den wichtigsten Gründen für abweichende Klickzahlen.

Schauen wir uns nun an, wie das mit dem Conversion-Tracking bei Facebook und Google Analytics so läuft.

Unterschiedliche Conversions bei Facebook und Google Analytics

Nicht nur bei den gemessenen Klicks sorgen die Abweichungen zwischen den beiden Tools für Verwirrung.

Auch bei der Anzahl der Conversions, die Facebook im Vergleich zu Google Analytics ausgibt, trauen einige Advertiser dem Werbeanzeigenmanager nicht so richtig über den Weg.

Denn häufig ist es so, dass Google Analytics dem Kanal Facebook deutlich weniger Conversions zuschreibt, als das hauseigene Tracking mittels Facebook Pixel.

Und auch hierfür gibt es verschiedene Ursachen.

Um die Gründe für die Tracking-Abweichung zu verstehen, schauen wir uns erstmal an, wie das mit der Attribution von Conversions bei Facebook Ads so vonstatten geht.

Facebook Conversion Attribution bei Werbeanzeigen

Zunächst aber zu den Voraussetzungen.

Damit du die infolge deiner Facebook-Kampagnen entstandenen Conversions (z. B. Newsletter-Anmeldungen oder Verkäufe in deinem Online-Shop) messen kannst, muss der Facebook Pixel inkl. Conversion-Tracking auf deiner Webseite eingebaut sein. Alternativ kannst du auch mit benutzerdefinierten Conversions auf Basis von URL-Aufrufen arbeiten, wenn du keine Tracking-Events direkt im Code deiner Seite implementieren kannst oder möchtest.

Welche Variante du auch nutzt, nur mit Hilfe des Facebook Pixels können die entstandenen Conversions innerhalb des Werbeanzeigenmanagers gemessen bzw. reported werden.

Ein Hinweis an dieser Stelle: Aus diesem Grund ist der Facebook Pixel die Voraussetzung und Basis für ein erfolgreiches Kampagnen-Setup. Nur mit ihm kannst du die Ergebnisse deiner Kampagnen korrekt analysieren und schlussendlich auch aufgrund der wirklich wichtigen Kennzahlen optimieren. Hier erfährst du, wie du den Pixel und das Conversion-Tracking auf deiner Seite korrekt implementiert.

Und noch ein Tipp: Mit Hilfe des Facebook Pixel Helpers kannst du sicher gehen, dass du den Pixel korrekt implementiert hast und alle Conversions sauber gemessen werden.

Ist der Pixel korrekt auf deiner Website implementiert, ordnet Facebook deiner Kampagne eine Conversion zu, wenn ein User deine Anzeige gesehen bzw. mit dieser Anzeige in Form eines Klicks interagiert und anschließend die entsprechende Conversion (bspw. einen Kauf) im gewählten Attributionsfenster durchgeführt hat.

Attributions…was?

Das Attributionsfenster umfasst den Zeitraum bzw. die Anzahl der Tage, die zwischen dem Sehen bzw. Klicken eines Nutzers auf deine Anzeige und der durchgeführten Conversion liegen.

Bei Facebook ist das Attributionsfenster standardmäßig auf “1 Tag nach dem Sehen” und “28 Tage nach dem Klick“ eingestellt. Zum Vergleich: Google nutzt bei AdWords mit 30 Tagen Post-Klick einen ähnlichen Zeitraum.

Das bedeutet im Klartext: Facebook schreibt alle Conversions einer Kampagne zu, welche innerhalb von einem Tag nach dem Sehen bzw. 28 Tagen nach dem Klicken entstanden sind.

Innerhalb des Werbeanzeigenmanagers kann das Attributionsfenster übrigens individuell angepasst und verschiedene Zeiträume betrachtet werden.  

Das Verwirrende an der Conversion Attribution bei Facebook Ads

Facebook ordnet Conversions einer Kampagne innerhalb des kompletten Attributionsfenster-Zeitraums zu. Hierbei ist es wichtig zu verstehen, dass die Conversions auch rückwirkend einer Kampagne zugewiesen werden.

Das ist eine Tatsache, die häufig für viel Verwirrung sorgt. Schauen wir uns dazu ein Beispiel an:

Wenn ein Nutzer bspw. am 6. September auf deine Anzeige geklickt hat und erst am 10. September etwas kauft, wird die Conversion nicht für den 10. September (also am Tag der tatsächlich eingegangenen Conversion) ausgewiesen, sondern zurückdatiert auf den 6. September.

Die von Facebook im Reporting ausgewiesenen Conversions werden also immer für den Tag gezählt, an dem ein Nutzer mit deinen Anzeigen interagiert hat und nicht an dem Tag, an dem die Conversion durchgeführt wird – außer die Conversion wird entsprechend am selben Tag getätigt.

Beispiele: Eine Newsletter-Anmeldung wird wohl in den meisten Fällen direkt nach einem Klick vorgenommen und damit auch für denselben Tag innerhalb des Facebook Reportings ausgewiesen. Eine Bestellung in einem Online-Shop wird allerdings oft auch erst einige Tage später durchgeführt und die Conversion aus diesem Grund entsprechend zurückdatiert.

Hierbei wird natürlich immer nur der Zeitraum des eingestellten Attributionsfensters (z. B. 1 Tag Post View und 28 Tage Post Click) berücksichtigt.

Die 80 Conversions aus meinem Beispiel beinhalten damit entsprechend alle Conversions, bei denen ein Nutzer:

  • innerhalb der letzten 28 Tage auf die Anzeige geklickt hat und anschließend die Conversion durchgeführt hat
  • oder innerhalb der letzten 24 Stunden die Anzeige gesehen und anschließend die Conversion durchgeführt hat.

Die reporteten Conversions im Werbeanzeigenmanager kannst du dir nicht nur für das standardmäßige Attributionsfenster anzeigen lassen, sondern auch für verschiedene Zeiträume  (1 Tag, 7 Tage und 28 Tage) auswerten – sowohl auf View-, als auch auf Klick-Basis.

In den Einstellungen deines Werbekontos kannst du auch ein eigenes, standardmäßig ausgewiesenes Attributionsfenster festlegen.

Clicks überschreiben immer Views

Bei der Attribution von Facebook Ads gilt: Ein View wird immer durch einen Klick “überschrieben”. Macht ja auch total viel Sinn, schließlich ist ein Klick das stärkere Signal.

Sieht ein Nutzer bspw. am 1. Februar deine Anzeige und klickt am 4. Februar auf sie, überschreibt dieser Klick entsprechend den View.

Die sogenannte “Click-Through“-Attribution beinhaltet neben den klassischen Link-Klicks auch “Interaktionsklicks” wie z. B. Likes, Kommentare oder die Shares einer Anzeige.

Facebook rechnet sämtliche Conversions desselben Users der Werbeanzeige zu, mit der der User zuletzt in Kontakt war. Für die Nerds: Facebook nutzt auch hier eine Deduplizierungslogik.

Mehr Informationen dazu findest du im Help-Center von Facebook.

Last-Touch-Attributionsmodell bei Facebook Ads

Facebook nutzt bei der Attribution von Conversions das so genannte “Last-Touch-Attributionsmodell”. Demzufolge wird eine Conversion nur der letzten Werbeanzeige zugeordnet, auf die der entsprechende User geklickt hat bzw. mit der er interagiert hat. Hat ein Kunde auf keine Anzeige geklickt, wird die Conversion der letzten Ad zugeordnet, die er gesehen hat.

Wichtig für dein Reporting

Die Zahlen bzw. Conversions einer Kampagne werden gemäß des Attributionsfensters auch noch nach Ende einer Kampagne weiterhin aktualisiert (z. B. für die folgenden 28 Tagen). Du solltest die Zahlen deiner Kampagne also auch nach dem Ende nochmal ansehen. Denn erst nach Ablauf des Attributionszeitraums sind die Zahlen wirklich “final”.

Aufgerufene Pixel-Events oder benutzerdefinierte Conversions

Einen wichtigen Unterschied gibt es zwischen gemessenen und reporteten Conversions.

Facebook zeigt dir bspw. innerhalb des Pixel-Menüs deines Werbeanzeigenmanagers, wie oft ein bestimmtes Conversion-Event insgesamt gemessen wurde.

Und auch für benutzerdefinierte Conversions gibt Facebook die gesamte Anzahl der gemessenen Conversion-Ereignisse an.

Dabei handelt es sich allerdings nur um die Anzahl aller insgesamt gemessener Conversions bzw. Conversion-Events.

Und meistens ist es nicht so, dass die Nutzer bei allen gemessenen Conversions auch vorab Kontakt mit einer deiner Facebook-Anzeigen hatten.

Die Anzahl der bspw. innerhalb des Pixel-Menüs gemessenen Conversions (siehe oben) beinhaltet alle Aufrufe des entsprechenden Events und misst damit auch Nutzer, die nicht über eine Facebook-Anzeige kommen.

Die Anzahl der insgesamt durch den Facebook Pixel gemessenen Conversion-Events sollte  der Anzahl aller Conversions eines bestimmten Tages entsprechen.

Beispiel: Wenn am 10. September insgesamt 100 Bestellungen in deinem Online-Shop eingegangen sind, sollte das “Purchase”-Event an diesem Tag auch etwa 100 Mal gemessen bzw. ausgelöst worden sein.

Diese an diesen Stellen insgesamt gemessenen Conversions werden allerdings in den meisten Fällen nicht mit den im Werbeanzeigenmanager reporteten Conversions übereinstimmen. Denn wie gesagt: Die Conversion-Events können auch durch andere Quelle (Search, E-Mail usw.) entstanden sein.

Es ist wichtig zu verstehen, dass an dieser Stelle innerhalb deines Werbekontos noch keine Attribution stattfindet – sondern nur innerhalb des Reportings deines Werbeanzeigenmanagers.

So kommt es zu unterschiedlichen Conversions bei Facebook und Google Analytics

Soviel zum Tracking und der Attribution von Conversions bei Facebook.

Und wie kommt es nun zu unterschiedlichen Conversions bei Facebook und Google Analytics?

Unterschiedliche Attributionsmodelle

Facebook nutzt, wie bereits beschrieben, für die Zuweisung der Conversions ein Last-Touch-Attributionsmodell. Die letzte Werbeanzeige, mit der ein Kunde innerhalb des Attributionszeitraums interagiert hat, bekommt entsprechend eine Conversion zugeschrieben.

Bei Google Analytics können grundsätzlich unterschiedliche Modelle genutzt werden. In den meisten Fällen wird allerdings ein standardmäßig hinterlegtes Last-Klick-Attributionsmodell („letzter indirekter Klick“) eingesetzt. Klickt ein Nutzer auf eine Facebook-Anzeige und kauft innerhalb des bei Google Analytics hinterlegten Attributionsfensters (i. d. R. 30 Tage) auf demselben Gerät (z. B. Klick auf die Anzeige und Kauf am Desktop-PC), wird der Kauf Facebook zugeordnet.

Google Analytics kann nur nach einem Klick auf eine Anzeige die Conversion dem Kanal Facebook zuschreiben. Hat ein Kunde bei dir etwas gekauft, nachdem er deine Anzeige “nur” gesehen hat (entsprechend ein “View” vorliegt), kann Google Analytics diese Conversion nicht Facebook zurechnen – denn diese Information hat Analytics schlicht und ergreifend nicht.

Zu abweichenden Zahlen kommt es auch dann, wenn ein Nutzer nach dem Kontakt mit deiner Facebook Ad und der schlussendlichen Conversion noch auf eine Anzeige einer anderen Quelle (bspw. eine Search Anzeige) klickt. In einem solchen Fall misst Facebook über den Pixel eine Conversion, bei Google Analytics erhält aber die andere Quelle bzw. Kampagne (über die der letzte Klick kam) die Conversion zugeschrieben.

Beispiel: Ein Nutzer klickt bei Facebook auf eine Anzeige eines Produktes, bestellt allerdings nicht sofort. Am nächsten Tag sucht er nach dem Produkt, klickt auf eine Search-Anzeige, landet im selben Shop und kauft dort das Produkt. In diesem Fall messen sowohl Facebook, als auch Google Analytics einen Kauf. Bei Google Analytics zählt allerdings nur der letzte Klick, weshalb dort dem Kanal Facebook keine Conversion zugeschrieben wird.

Cross-Device Conversions

Eine von Facebooks größten Stärken gegenüber anderen Plattformen ist die Möglichkeit, die Handlungen (aka Conversions) von Nutzern auch geräteübergreifend nachvollziehen zu können – zumindest solange ein Nutzer bei Facebook eingeloggt ist (und wer ist das nicht?).

Beispiel: Ein User klickt auf seinem Smartphone auf deine Facebook Anzeige und findet einige Produkte interessant. Statt seine Bestellung am Smartphone durchzuführen, wechselt er allerdings aus Bequemlichkeit an seinen Desktop-PC, besucht deine Website und bestellt die gewünschten Produkte.

Das hat zur Folge, dass Facebook über den Pixel diese (geräteübergreifende) Conversion misst, während Google Analytics die Conversion der Quelle “Direct” zuschreibt.

Unterschiede bei der zeitlichen Zuordnung von Conversions

Dass Facebook die Conversions innerhalb des Reportings immer für den Tag zählt, an dem ein Nutzer mit deinen Anzeigen interagiert hat und eben nicht an dem Tag, an dem die Conversion durchgeführt wird, haben wir bereits geklärt.

Auf der anderen Seite ist es bei Google Analytics allerdings so, dass die Conversion immer dem Tag des Kaufs bzw. der tatsächlichen Conversion zugeschrieben wird.

Kein Wunder, dass es da zu großen Abweichungen kommt.

Das kannst du tun damit sich die Ergebnisse annähern

Die gute Nachricht ist: Es kann etwas getan werden, damit sich die Zahlen der beiden Reporting-Tools stärker angleichen.

Betrachte bei Facebook nur die Post-Klick Conversions

Aufgrund der Tatsache, dass Google Analytics nur die durch Facebook initiierten Post-Klick Conversions messen kann, solltest du bei einem Vergleich der Zahlen die Post-View Conversions innerhalb des Facebook Reportings ausblenden. Alternativ solltest du bei der Betrachtung von “Post-View Conversions” maximal mit einer Attribution von einem Tag arbeiten.

Passe das Attributionsmodell und den Tracking-Zeiraum von Google Analytics an

Für eine Analyse der Zahlen solltest du außerdem das Attributionsmodell bei Google Analytics von “Last-Klick” auf “linear” umstellen und den Tracking-Zeitraum auf 28 Tage (analog zu Facebook) anpassen. 

Gehe dazu in die Einstellungen bzw. Verwaltung deines Google Analytics Accounts. Unter dem Menüpunkt „Persönliche Tools und Assets“ findest du den Punkt „Attributionsmodelle“ und kannst eine entsprechende Anpassung vornehmen.

Fazit

Blicken wir der Tatsache ins Auge: Facebook und Google Analytics sind zwei unterschiedliche (und konkurrierende) Plattformen mit verschiedenen Tracking-Methoden. 

Kein Wunder, dass es da zwangsläufig zu Abweichungen und unterschiedlichen Zahlen kommen muss, oder? Eine 100 % korrekte, alle Gegebenheiten berücksichtigende Messung ist wohl auch (noch?) nicht möglich.

Einige Tipps, damit sich die Zahlen der beiden Tools stärker angleichen, hast du in diesem Artikel kennengelernt. Wichtig ist, dass du die unterschiedlichen Tracking-Technologien bzw. Attributionsmodelle grundlegend verstehst, um die für deinen Anwendungsfall am besten geeignetste Analyse heranziehen zu können. 

Im Übrigen treten solche Unterschiede in den Reportings nicht nur bei Google Analytics, sondern auch bei anderen Third Party Tracking-Tools auf.

Wer schreibt das hier?

Florian Litterst

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Florian ist fasziniert von Social Media Advertising. Mit seinen Tutorials, Strategien & Tipps hilft er Werbetreibenden dabei, mehr aus ihren Kampagnen bei Facebook & Co. herauszuholen. Er ist außerdem bei der Digitalagentur Burda Direct interactive GmbH beschäftigt.

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8 Comments on “Facebook Ads vs. Google Analytics: Was du über Conversion-Tracking und Attributionsmodelle wissen musst”

  1. Wirklich ein super Artikel! Ich würde mal sagen, der engagierteste und fundierteste zum Thema. Danke und weiter so!

    Grüße!

  2. Hallo Florian,

    danke für den tollen Artikel.

    Was mich interessieren würde: Gibt es bei Facebook eigentlich die Möglichkeit innerhalb einer Kampagne vorbereitete Conversions herauszufinden?

    Beispiel:

    Eine Kampagne hat 2 Anzeigengruppen:

    Lookalike
    Webseitenbesucher

    Der Kunde ist über die Lookalike aufmerksam geworden und geht zur Webseite. Kauft allerdings noch nicht.

    Anschließend sieht er die selbe Anzeige, diesmal aus der Anzeigengruppe Webseitenbesucher, klickt drauf und kauft anschließend.

    In der Statistik fließt die Conversion dann in die Anzeigengruppe „Webseitenbesucher“. Ich weiß nun allerdings nicht, dass die Lookalike den Kauf initiiert hat.

    Kennt Ihr das Problem, bzw. eine Lösung?

    Viele Grüße!

    1. Hey Stefan,

      das ist eine super Frage!

      Aufgrund des Last-Touch-Attributionsmodells und der Deduplizierungslogik innerhalb des Werbeanzeigenmanagers, werden ja nur der Zielgruppe die Conversions zugeschrieben, welche den letzten Kontakt vor der Conversion hatte.

      Vorbereitende Conversions können m. E. aktuell leider nicht ausgewertet werden.

      Aber vielleicht wäre das hier eine Möglichkeit: Wenn du aus den Besuchern, welche aus deiner Lookalike Audience entstehen, eine spezielle Website Custom Audience erstellst und diese als eigene (einzelne) Zielgruppe nutzt, könntest sehen wie der Traffic anschließend konvertiert.

      Um eine solche Zielgruppe zu erstellen könntest du bspw. bei deiner Lookalike Audience an die Anzeigen einen Paramater (z. B. ?utm_source=Facebook&utm_medium=Lookalike) anhängen und anschließend eine Website Custom Audience mit der Regel „URL enthält“ = „utm_medium=Lookalike“ erstellen.

      Vielleicht hilft das ja! 🙂

      Lass mich aber gerne wissen, falls du eine andere Lösung findest!

      Liebe Grüße, Florian

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